Wenn die Abnahme an Kleinteilen hängt: DIAMOND Zubehör
Der Termin scheitert selten am großen Bauteil
Bei einer Abnahme steht das Gehäuse, die Fasern sind gespleißt, die Messung ist gefahren. Aufgehalten wird der Termin dann von Teilen, die auf der Stückliste kaum auffallen: von einer Platte, die einen freien Steckplatz verschließt, von einer Verschraubung, die das Kabel an der Einführung hält, von einem Bügel, über den die Patchkabel geführt werden.
Zwischen diesen Fällen gibt es einen Unterschied, der in der Planung oft untergeht. Ein fehlender Blindstopfen hält keine Baustelle auf; es wird weitergearbeitet und das Teil später nachgereicht. Eine fehlende Kupplung hält die Baustelle sehr wohl auf, weil ohne sie keine Verbindung zustande kommt. Gemessen am Projekt sind beides Kleinteile, und beide blockieren am Ende dieselbe Unterschrift.
Die Kleinteile im Programm der DIAMOND Patchpanel und Boxen sind deshalb kein Randthema der Ausschreibung, sondern der Posten, den man beim Aufmaß leicht übersieht.
Blindplatte: der Steckplatz, der zubleibt
In einem bestückten Träger bleiben fast immer Plätze frei. Das ist beabsichtigt, denn die Reserve ist der Ausbaupfad. Offen ist ein solcher Platz allerdings schlicht eine Öffnung.
Zwei Dinge folgen daraus. Erstens setzt sich Staub im Inneren ab, dort also, wo später gespleißt und rangiert wird. Zweitens lässt sich Luft nur dann gerichtet führen, wenn die Front weitgehend geschlossen ist; an offenen Feldern können Kurzschlussströmungen entstehen, die an der Kühlung vorbeilaufen. Eine Blindplatte verschließt ein solches Feld — die Blindplatte dieser Linie ist mit 3HE/7TE geführt.
Für die Abnahme kommt ein dritter Punkt hinzu, der mit Technik wenig zu tun hat: Eine Front mit verschlossenen Reservefeldern sieht aus wie eine fertige Anlage. Offene Felder sehen aus wie eine unfertige, auch wenn technisch alles steht.
Zugentlastung entscheidet über die Einführung
An der Kabeleinführung treffen zwei sehr unterschiedliche Bauteile aufeinander: ein Außenkabel, das Zug, Eigengewicht und Bewegung mitbringt, und eine Faser, die nichts davon verträgt. Die Zugentlastung ist die Stelle, an der diese Kräfte enden sollen.
Kräfte entstehen dabei nicht nur bei der Montage. Sie entstehen später beim Nachziehen einer Reserve, beim Umbau im Schrank, bei senkrechter Führung im Steigbereich, wo das Kabel an seinem eigenen Gewicht hängt. Wird der Mantel nicht am Gehäuse fixiert, wandert jede dieser Bewegungen bis zur Spleißkassette. Sichtbar wird das selten sofort, sondern erst im laufenden Betrieb, wenn niemand die Einführung mehr im Blick hat.
Die Bezeichnungen der Sets nennen zwei Angaben, die bei der Bestellung entscheiden:
- M20 und M25 bezeichnen die metrische Größe der Verschraubung. Sie bestimmt, welcher Kabeldurchmesserbereich sich klemmen lässt; dickere Außenkabel verlangen die größere Verschraubung.
- 0° und 30° bezeichnen den Winkel des Kabelabgangs. Bei 0° tritt das Kabel gerade ein, bei 30° schräg. Der schräge Abgang wird gebraucht, wenn hinter dem Gehäuse wenig Tiefe bleibt oder das Kabel nach unten weggeführt werden muss, ohne den Biegeradius zu unterschreiten.
Ein Set der Linie ist ausdrücklich für die Blindplatte geführt, die übrigen Sets tragen die Verschraubungsgröße im Namen. Wer die Bestückung einer Box vorab durchspielen will, findet sie mit den zugehörigen Artikelnummern im 3D-Konfigurator für Spleißboxen.
Nagetierschutz: wo mit Nagern zu rechnen ist
Nager greifen Kabelmäntel an, und sie tun es dort, wo Kabel aus dem Erdreich oder aus einem Schacht in ein Gebäude oder einen Schrank eintreten: in Kellern, in Trafo- und Technikräumen, an Verteilern im Außenbereich, in landwirtschaftlich genutzter Umgebung. Der Schaden ist zunächst mechanisch und fällt oft erst als Störung auf, wenn die Anlage längst in Betrieb ist.
Für diesen Fall führt die Linie einen eigenen Nagetierschutz. Auch er trägt eine Winkelangabe im Namen — wie bei der Zugentlastung muss der Kabelabgang zur Einbausituation passen. Wo mit Nagern zu rechnen ist, gehört er auf die Stückliste, bevor das Kabel eingeführt ist.
Patchkabelführung: was nach der Abnahme passiert
Die Unordnung entsteht vor der Front, nicht dahinter. Jede spätere Rangierung legt ein weiteres Patchkabel über die bestehenden, und irgendwann lässt sich eine einzelne Verbindung nur noch durch Ziehen identifizieren. Genau dabei können Biegeradien unterschritten und Nachbarverbindungen bewegt werden.
Eine Führung mit Haken gibt den Patchkabeln einen festen Weg, statt sie frei über die Front laufen zu lassen. Der Nutzen zeigt sich nicht am Abnahmetag, sondern bei den Umbauten danach.
Die Positionen im Überblick
HE und TE sind die beiden Rastermaße der Einbautechnik: HE zählt die Höheneinheiten, TE die Teilungseinheiten in der Breite. Ein Teil mit 3HE/7TE belegt damit ein fest umrissenes Feld, unabhängig davon, was daneben sitzt. Für die Planung heißt das, dass sich Reserve und Bestückung abzählen lassen, statt sie beim Einbau festzustellen.
Die folgenden Positionen der Linie sind mit der Bauhöhe 3HE und der Baubreite 7TE geführt. Neben der Artikelnummer von Fiber Products steht die DIAMOND-Nummer, weil in Bestandsdokumentationen mal die eine, mal die andere auftaucht.
| Artikelnummer | Bezeichnung | DIAMOND-Nummer |
|---|---|---|
| 159000 | DIAMOND Blindplatte 3HE/7TE | G300-BLD-00FV000 |
| 159001 | DIAMOND Zugentlastungsset Blindplatte | G120-01C-00FT024 |
| 159002 | DIAMOND Zugentlastungsset M20 0° | G120-01C-00FT022 |
| 159003 | DIAMOND Zugentlastungsset M20 30° | G120-01C-00FT023 |
| 159004 | DIAMOND Nagetierschutz 0° | G120-02C-00FT008 |
| 159005 | DIAMOND Zugentlastungsset M25 0° | G120-01C-00FT025 |
| 319001 | DIAMOND Patchkabelführung mit Haken | G120-02C-00FT052 |
Was beim Bestellen zählt
Kleinteile werden nicht einmal beschafft, sondern immer wieder. Der praktische Wert liegt deshalb in der Artikelnummer: Wer sie in der Bestandsdokumentation stehen hat, bestellt Jahre später passgenau nach, ohne die Bauform erneut klären zu müssen. Die Übersicht der Linie steht auf der Seite DIAMOND Zubehör.
Der zweite Punkt betrifft die Herkunft der Teile. Kupplungen und Kleinteile stammen von der DIAMOND SA selbst, mit denselben Toleranzen und derselben Prüfung wie beim Gehäuse. Das ist bei Bauteilen relevant, die im Betrieb kaum je wieder angefasst werden.
Der dritte Punkt ist eine Lagerfrage. Wer über die Linien hinweg dasselbe Stecksystem fährt, etwa das Steckverbindersystem E-2000, hält ein Lager statt drei. Das senkt nicht nur die Zahl der Positionen, sondern auch die Zahl der Verwechslungen auf der Baustelle.
Auf die Stückliste gehören die Kleinteile mit derselben Sorgfalt wie das Gehäuse: die Zahl der zu verschließenden Reservefelder, Zahl und Durchmesser der eingeführten Kabel, die Richtung des Kabelabgangs und die Frage, ob am Eintrittspunkt mit Nagern zu rechnen ist. Daraus ergibt sich, welche Positionen dieser Linie gebraucht werden.
Für die Kleinteile gilt wie für das übrige Programm: Preise auf Anfrage. Wer vor der Bestellung klären will, welche Verschraubungsgröße und welcher Winkel zur Einbausituation passen, kann dazu eine Beratung anfragen.
